Sollen wir unseren selbst produzierten Strom ins öffentliche Netz einspeisen und von der Einspeisevergütung profitieren oder darauf verzichten? Wenn verzichten – Warum?

Hier habe ich euch ein Mal eine Beispielrechnung erstellt. Wir gehen von einem Haushalt aus, der mit seiner PV-Anlage durchschnittlich 10 kWh pro Tag produziert, aber nur 7 kWh davon selbst verbraucht. Es bleiben also noch 3 kWh. Wohin damit? Einspeisen? Entschiedet selbst…

Die aktuelle Einspeisevergütung liegt bei etwa 12,5 Cent pro kWh. Wer aber in Deutschland gewinnorientiert verkaufen möchte, muss natürlich auch Steuern zahlen. Diese liegen bei 5 Cent pro kWh auf die gesamte selbst produzierte Leistung! Nicht nur auf die Leistung, die eingespeist wird.
(Es sei denn, man verkauft regelmäßig mindestens die Hälfte des produzierten Stroms, dann gilt die Steuer nur auf die Einspeisung. Aber das wird bei den Wenigsten der Fall sein. Denn eine PV-Anlage dient in erster Linie der Selbstversorgung. Verkauf ist zu kostspielig, da man weniger bekommt als man durch den Eigenverbrauch einspart.)

Ihr verkauft nur den Strom, der nach Eigenverbrauch noch übrig ist. Versteuern müsst ihr aber, wie schon erwähnt, die gesamte Energie, die ihr mit eurer Anlage selbst produziert habt. Um mehr einspeisen zu können und demzufolge mehr Rendite zu erwirtschaften, müsstet ihr also weniger selbst verbrauchen. Aber rentiert sich der Ertrag im Vergleich zum Stress, um auf das eigene Verbrauchsverhalten zu achten? Ich finde – Nein. Denn es kommt noch der Aufwand mit den steuerlichen Formularen hinzu, die monatlich, pro Quartal oder jährlich erledigt werden müssen.
Deshalb überlegt euch selbst, ob ihr die Vorsteuer (MwSt) bei der Anschaffung eurer Anlage ziehen wollt, oder nicht. Denn das dürft ihr nämlich, wenn ihr euch doch für diese Variante mit der Einspeisevergütung entscheiden solltet. Schaut wie viel MwSt ihr dabei sparen würdet und wie euer Verbrauch aussieht. Bei Neubauten ist es natürlich schwierig einzuschätzen, da man sein Verbrauchsverhalten noch nicht kennt. Aber bei Bestandsverbrauch, wo jetzt eine Anlage neu angeschafft werden soll, kann man das gut ausrechnen.

Warum also der Titel „Einspeisen oder ins Leere verpulvern“?
Es gibt nämlich Systeme, die darauf ausgerichtet sind, keinen Strom mehr zu produzieren bzw. diesen „sinnlos“ zu verbrauchen, sobald genug selbst verbraucht und auch der Batteriespeicher, sowie evtl. das Elektroauto vollgeladen wurden, um eben nicht ins öffentliche Netz einspeisen zu müssen und sich somit von der Einspeisung zu befreien.
Sprecht diesbezüglich euren Ingenieur / Elektroinstallateur an. Ein guter Vertrieb sollte solche Systeme mittlerweile anbieten können. Desweiteren gibt es noch Systeme, die euch zusätzlich kostenlosen Strom aus dem öffentliche Netz zur Verfügung stellen. Doch darauf werde ich in einem anderen Beitrag eingehen.

NOCHMAL: Überlegt euch selbst was ihr macht. Dieser Beitrag soll euch nicht dazu animieren, eure Anlage auf diese Weise in Betrieb zu nehmen / anzumelden. Das ist euch überlassen. Lasst euch am Besten beraten (Ingenieur / Steuerberater). Der Beitrag soll euch nur zeigen, dass Einspeisen nicht immer vorteilhaft ist.

M.V.S. Büroservice in Wettenberg, bei Gießen
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Alle Leistungen gemäß § 6 des Steuerberatungsgesetztes. § 6 Steuerberatungsgesetz

Nachträgliche Ergänzung
Es kommt auch drauf an, wie viel Gewinn man mit der Anlage machen wird und wofür man sie nutzen will. Plant ihr gezielt möglichst viel Strom einzuspeisen und damit Gewinne zu machen oder wollt ihr einfach nur vom Stromanbieter unabhängig sein und euren produzierten Strom komplett selbst verbrauchen? Da gibt es Grenzen wie 17.500€ im Jahr und 25.000€ im Jahr. Desweiteren, ob eure Erträge das investierte Geld nach 20 Jahren wieder reingeholt haben oder nicht.
Und auch weiß ich in unserem Fall nicht, ob das jetzige Gewerbe davon unberührt bleibt oder mit einfließen muss.

Deshalb steht auch am Ende des Beitrages (oben), dass man sich da nicht festlegen sollte, sondern sich individuell beraten lassen sollte. 

Bald geht es wieder los!

Wir hatten sehr viele private und berufliche Veränderungen. Daher fangen wir demnächst wieder stark an zu bloggen. Sei direkt dabei, sobald es losgeht!

Vielen Dank!